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Die Stadt bei Nacht
#1

[Bild: kmivtobc.jpg]

Das nächtliche Koskow hat einen ganz eigenen Charme, irgendwo zwischen luxuriösem Glanz und zwielichtigem Plattenbau-Idyll.
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#2

Der Mond steht hoch in dieser Nacht und ihre dunkle Limousine wurde sicher von Ihrem Fahrer durch die Stadt gelenkt, sicher und unauffällig.

Sie saß auf der Rückbank. Der Tag war lang gewesen. Wiedereinmal hatte Burmakin mit einer aberwitzigen Idee zu glänzen versucht. Leider bewies er mit dem Vorhaben abermals seine Führungsschwäche. Sie war es Leid aufräumen zu müssen, sie war es Leid sich die Nächte um die Ohren zu schlagen.

Der Wagen überquerte eine der vielen großen Kreuzungen in Koskow. 
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#3

Das Licht einer Straßenlaterne huscht über sein Gesicht. Er kannte den Marschall bereits viele Jahre. Kennengelernt hatte man sich damals im Zusammenhang einer Operation in Notschistan. Es herrschte ein beinahe Blindes vertrauen.
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#4

Sieht mit leerem Blick aus dem Fenster.

Jede Woche, ach was sage ich täglich dasselbe Theater. Sie wissen, ich habe mein ganzes Leben für Mütterchen Andro gegeben, Kriege gesehen und die Männer unserer Ruhmreichen Armee geführt und nun? Und nun ein Präsident, der nur redet, aber keine Entscheidungen trifft. Unsere Männer und Frauen in der Truppe verlieren den Glauben an ihn! Wir verlieren die Kontrolle, wenn es so weiter geht. Ich sehe das Desaster bereits vor den Kremlmauern stehen!
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#5

Dass sich vermeintlich starke Führer als Schwätzer entpuppen hat sich in den letzten Jahren zur traurigen Tradition in unserem Land entwickelt.
Sagte Mastrov, welcher den Beiden in der langstreckten Limousine gegenüber saß.
Aber ausgerechnet jetzt, wo unsere gloreiche Partei endlich die Macht zu übernehmen schien solche Versagerei zu sehen ist ein Stich in das androisch denkende Herz all unserer Genossen. Was wir jetzt brauchen ist echte Führung und Härte, jemand mit den Zügeln in der Hand. Zumindest wenn Sie mich fragen.
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#6

Sie sprechen mir aus der Seele. Wir haben versucht Ihn auf die richtigen Wege zurück zu führen, ohne Erfolg. Jeder der etwas zu sagen hat, spürt es. Die Minister tuscheln bereits hinter seinem Rücken und er glaubt doch tatsächlich noch sie seien seine Marionetten. Fern ab von Koskow beginnen die Ersten sich auf den Zusammenbruch vorzubereiten. Aber noch passiert nichts, Niemand hat den Mut, etwas zu versuchen. Noch hat er die Kontrolle - zumindest auf dem Papier.
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#7

Gestatten Sie mir einen gewagten Vergleich, aber es ist nicht anders als 2006, auch damals gab es Stagnation unter Zar Vladimir II. die Folge damals: der richtige Systemwechsel. Vor gut 2 Jahren haben wir dann die Wahl gewonnen und endlich auf den gerechten Wandel gewartet, doch stattdessen bekamen wir eine Führung, die nur neuen Wein in alten Schläuchen liefert, wenn sie überhaupt noch etwas liefert heutzutage.
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#8

Auf dem Papier, genau. Aber wir wissen alle, dass es da draußen brodelt. Die Offiziere sind unzufrieden, die Soldaten sind frustriert. Die Loyalität zum Präsidenten ist nur noch ein Trugbild. Sie warten nur darauf, dass jemand die Führung übernimmt. Die Armee steht noch hinter mir. Es ist nicht nur ein Putsch. Es ist eine Rettungsmission. 

Die Botschaft muss einfach sein: Sicherheit, Stabilität und ein Ende des Chaos. Wir versprechen eine neue, starke Führung.

Es ist bedauerlich, das Burmakin damals Georgi beseitigen ließ und das seine größte Leistung war.
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#9

Ich habe lange darüber nachgedacht. Die Mehrheit der Geheimdienstmitarbeiter ist ebenfalls unzufrieden. Sie werden folgen, wenn wir den ersten Schritt tun. Aber es muss schnell geschehen. Keine Zeit für Zögern oder Debatten. Keine halben Sachen. Wir sichern die Kommunikationszentren, übernehmen die Regierungseinrichtungen, und der Präsident wird unter "Hausarrest" gestellt, bevor er überhaupt realisiert, was passiert. Und wir haben genug Beweise für die Inkompetenz des Präsidenten, um jede Maßnahme zu rechtfertigen. Ohne uns ist er machtlos.

Wir kontrollieren die Medien, die Berichterstattung wird von uns gelenkt. In 24 Stunden muss das Land glauben, dass wir die Rettung sind. Ich stelle sicher, dass alle kritischen Personen neutralisiert werden. Die wenigen, die noch zum Präsidenten halten, werden ruhig gestellt oder umgedreht.

Ich weiß, in der Partei rumort es oder wie siehst du das Genosse?

Jetzt können wir ja auch darüber reden, schlimmer kann es für mich nicht mehr kommen. Selbst das hat Burmakin nicht geschafft. Er hat es in einem schwachen Moment versucht, aber wir haben damals Georgis Doppelgänger geopfert und ihm die Flucht ermöglicht.
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#10

Das ist endlich der klare Ausweg den wir brauchen. Wichtig ist der klare und schnelle Zugriff, weitere Gegenaufstände müssen unter allen Umständen unterbunden werden. Ich schließe mich eurer Sache also an, Genossen, und die notwendige Parteiarbeit kann ich ohne Mühe selbst leisten, das dürfte für meine Wenigkeit ein Einfaches sein, meine Kontakte reichen tief bis in die Föderationsteile hinein.
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