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Waisenhaus
#1

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Das Waisenhaus von von Dalni Wostok steht wie ein stiller, bedrückender Monolith am Rand der Stadt. Das Gebäude ist aus rotem Backstein erbaut, vierstöckig und wirkt so trostlos, es beherbergt Kinder, die keine anderen Zufluchtsorte haben. Viele Fenster sind blind vor Staub und Dreck. Die Fassade hat Risse, als würde sie das Gewicht der Dunkelheit im Inneren nicht länger ertragen. Selbst an hellen Tagen wirft das Gebäude einen Schatten, der kälter wirkt als alles um es herum.

Im Keller, der tiefer reicht, als es der Bau vermuten lässt, verbirgt sich eine düstere, verstörende Wahrheit. Lange, verworrene Gänge erstrecken sich in unbekannte Tiefen, Räume, die selbst für die meisten Mitarbeiter des Hauses nicht zugänglich sind. Der Keller ist das Herz des Grauens, ein Ort, an dem das Verborgene regiert. Dort unten geschehen Dinge, die niemals ans Tageslicht kommen sollten.

Die Türen im Keller tragen die Spuren von etwas Schrecklichem. Abdrücke kleiner Hände, blutige Kratzspuren, als hätte jemand verzweifelt versucht, zu entkommen. Flüsternde Stimmen hallen durch die Gänge, doch niemand weiß, woher sie kommen oder zu wem sie gehören. Manche glauben, dass es die Geister der Kinder sind, die einst im Waisenhaus lebten und starben – nicht alle von ihnen starben auf natürliche Weise.

Was jedoch wirklich im Keller geschieht, ist weitaus schrecklicher. Einmal im Monat, spät in der Nacht, hört man das Quietschen eines Wagens, der die alte Kohlenrampe hinunter in den Keller rollt. Das Personal behauptet, es handle sich um "notwendige Lieferungen" für die Kinder. Niemand weiß genau, was in dem Wagen transportiert wird. Der Keller ist kein gewöhnlicher Lagerraum. Er ist das verborgene Labor des Hauses. Hier geschehen wissenschaftliche Experimente an den Kindern, die von außen als kränklich oder "besonders schwierig" gelten. Diese Kinder werden dem Rest der Gruppe unauffällig entzogen – unter dem Vorwand von "Behandlungen", die ihnen helfen sollen, wieder gesund zu werden. Doch was im Keller geschieht, hat nichts mit Heilung zu tun.

Die Experimente, die hier durchgeführt werden, sind das Werk einer kleinen, geheimen Gruppe von Forschern und Ärzten, die das Waisenhaus als Quelle für "Material" nutzen. Hier geht es um die Entwicklung neuer Therapien in medizinischen Grenzbereichen: Neurochirurgie, genetische Experimente, künstliche Verbesserungen des Körpers. Sie interessieren sich nicht für die Gesundheit der Kinder, sondern für die Möglichkeit, die menschliche Natur zu manipulieren, Grenzen zu überschreiten, die eigentlich unantastbar sind.

Diejenigen, die zurückkommen, sind nicht mehr dieselben. Ihre Augen sind leer, ihre Bewegungen steif. Einige scheinen seltsame körperliche Veränderungen zu zeigen: Narben an ungewöhnlichen Stellen, zitternde Gliedmaßen, manchmal sogar unnatürliche Reflexe oder Verhaltensweisen, die sie vorher nicht hatten. Andere Kinder kehren nie zurück, und ihre Abwesenheit wird mit Verlegungen in andere Heime erklärt. Doch die übrigen Kinder wissen es besser – sie sind in die Dunkelheit des Kellers verschwunden.

In Wahrheit verschwinden die Kinder, weil die Experimente oft schiefgehen. Der Keller des Waisenhauses ist nicht nur ein Ort für wissenschaftliche Forschung – er ist auch ein Friedhof. Tief im Inneren, hinter dickem Beton und verschlossenen Türen, liegen die gescheiterten Experimente. Manche von ihnen wurden durch Genmanipulationen oder chemische Behandlungen so verändert, dass sie kaum noch menschlich wirken.

Manchmal dringt ein leises Stöhnen durch die Wände. Gerüchte verbreiten sich unter den übrigen Kindern – flüsternde Geschichten – von denen, die nie mehr die Sonne gesehen haben, und von den seltsamen, deformierten Wesen, die im Dunkeln hausen sollen. Man sagt, dass manche der Kinder, die durch die Experimente verändert wurden, nicht tot sind. Sie werden in den abgelegensten Räumen des Kellers versteckt, in einem Zustand zwischen Leben und Tod, auf unbestimmte Zeit weggesperrt.

Doch das Waisenhaus funktioniert weiter, wie immer. Neue Kinder kommen, und das Leben im oberen Teil des Hauses geht seinen gewohnten Gang. Das Personal hält die Fassade aufrecht, und niemand stellt Fragen. Diejenigen, die etwas wissen könnten, schweigen aus Angst oder wurden bereits zum Schweigen gebracht. Der Keller bleibt ein Ort des Grauens, unsichtbar für die Außenwelt, während die Experimente weitergehen – Experimente, die niemals hätten beginnen dürfen.


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#2

Ein Kleinbus fährt vor. In dem Bus sind neue Kinder.
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#3

Sitzt im Kleinbus und ist vollkommen verstört von dem, was passiert ist.

Ist eigentlich die für tot erklärte Irina Dimitrowa Yermolayeva.
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#4

Handlung
Arbeitet hier, sie ist fasziniert von dieser Olga die seit dem sie hier arbeitet kein Wort gesprochen hat. Von den Vorgängen im Keller weiß sie (noch) nichts.
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#5

Handlung
Schweigt, dieser Ort war so unwirklich. Weit entfernt von Koskow war sie hier, ohne Ihre Familie. Warum war das so? War sie Schuld? Hätte sie aufessen sollen oder die Bücher aufräumen? Sie war überfordert und hatte sich in ihre eigene kleine Welt zurückgezogen. Alle sprachen sie mit Olga an, aber das war doch gar nicht ihr Name ... oder vielleicht doch?

Ist eigentlich die für tot erklärte Irina Dimitrowa Yermolayeva.
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