[Staatsbetrieb] [Fischerei] Gosudarstvenny rybolovetskiy kolkhoz Volny - Druckversion
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[Staatsbetrieb] [Fischerei] Gosudarstvenny rybolovetskiy kolkhoz Volny -
Informationsdienst - 13.10.12024
Der Komplex erstreckt sich direkt am Hafenbecken und gliedert sich in drei grobe Zonen, die ineinandergreifen:
- Hafen- und Umschlagsbereich (Kaje, Liegeplätze, Fischmarkt) - hier landen Küsten- und Hochseefangschiffe, es gibt Rampen, Förderbänder und direkte Zu- / Entladeanlagen.
- Primärverarbeitung (Filier-, Köpfen-, Eviszerier-Linien; Kühl-/Schockfrostbereiche) entlang der Kais, damit Frischware ohne Verzögerung weiterverarbeitet wird.
- Sekundärverarbeitung weiter im Hinterland: Dosenfabriken, Räuchereien, Gefrierlager, Fischmehl- und -öl-Anlagen, Verpackungsbetriebe, Logistik- und Verladeflächen, Reparatur- und Werftanlagen sowie Verwaltungsbereiche für Belegschaft und Verwaltung.
Zwischen den Hallen verlaufen breite Verkehrsachsen für Lkw und in der Nähe ein Gleisanschluss für den Schienentransport.
Hauptprodukte & Endwaren
Der Komplex produziert eine breite Palette mariner Erzeugnisse, teils für Binnenverbrauch, teils für Export:
- Frischer Fisch - gekühlte/ gelochte Fische, filetiert oder ganz, schnell zur Kühlkette.
- IQF-tiefgefrorene Filets und Portionsware - Quick-freezing.
- Konserven und Dosenware - eingelegte Heringe, Makrelen-Konserven, Fisch in Öl/Sauce; vollständige Konservenlinien.
- Geräucherte und gesalzene Produkte - kalt/warm geräucherte Fische, Bückling, Salzheringe.
- Surimi und Fischpaste - industriell hergestelltes Fischprotein für Weiterverarbeitung in Fertigprodukten.
- Fischmehl und Fischöl - aus Nebenprodukten und minderwertigen Fängen; Produktion für Tierfutter, Düngemittel, industrielle Anwendung.
- Fertiggerichte und Tiefkühlprodukte - panierte Fischstücke, Fischfrikadellen, vorbereitete Mahlzeiten.
- Rogen und Spezialprodukte - Konservierung/Salzung von Fischrogen, eventuell für Exportmärkte.
- Hilfsprodukte - Fischknochenmehl und Kollagenextrakte.
Verarbeitungs- und Technische Anlagen
Wichtige technische Komponenten und Produktionslinien im Detail:
- Anlandung & Vorsortierung: Förderbänder, Wiegeeinrichtungen, Probenahme- und Qualitätskontrolle.
- Filier-/Eviszerier-Linien: halb- bis vollautomatische Sortier-, Schnitt- und Verpackungsbänder mit Inline-Qualitätskontrolle.
- Schockfrostanlagen: für Portionsware; sehr kurze Zeit zwischen Fang und Gefrierpunkt.
- Kühlhäuser: große Kammern mit mehreren Temperaturzonen (−1…−40 °C).
- Konservenstraße: Kochen, Abfüllen, Autoklaven, Etikettierung, Verpackung.
- Räuchereien und Salzbecken: Rauchkammern mit Feuerung/Abgasführung; Salz-/Beiz-Stationen.
- Fischmehl-Verarbeitungsanlage: Kocher, Pressen, Trockner, Mühlen; Separationsstufen zur Ausbeutesteigerung.
- Abwasser- und Abfallbehandlung: mechanische Rechen, Sandfang, Ölabscheider, biologische Reinigungsstufen, Schlamm-Trockner; Abluftfilter in sensiblen Produktionslinien.
- Energieversorgung: eigener Anschluss an städtisches Netz; große Kältemaschinen.
- Instandhaltung und Werft: Reparaturhallen, Lackiererei, Motorenwerkstatt, Netz- und Ausrüstungslager.
- Logistikbereiche: Kühl-Lkw-Flotten, Container-Zone, Umschlagkräne, Verladestationen für Kühlcontainer.
- Labore und Qualitätskontrolle: mikrobiologische, chemische Analytik, Sensorik-Prüfung.
Flotte & Fischereitechnik
- Küstenfähige Trawler für kurze Einsätze.
- Hochsee-Trawler mit eigenen Vorrichtungen zum Vorkühlen und teilweise zur Erstverarbeitung an Bord.
- Unterstützungsfahrzeuge und zwei größere Reefer-Schiffe für direkten Export.
- Ausrüstung an Bord: Netze, Schleppwinden, Fischförderer, Vorfrostkisten, elektrische Ankerwinden.
Betriebsorganisation & Personal
- Staatsbetrieb: zentral gesteuerte Produktionspläne, Jahresquoten, staatliche Vertriebsabkommen.
- Schichtbetrieb: drei Schichten in Produktionslinien; saisonale Spitzen während Fangzeiten.
- Qualifikationen: Filierer, Maschinenbediener, Techniker für Kältetechnik, Lebensmittelsicherheitspersonal, Chemielaboranten.
- Zusatzinfrastruktur: Werkskantine, medizinische Station und Verwaltungsgebäude.
Logistische Kapazität- Anlandungs-/Umschlagskapazität: 50–300 Tonnen Rohfisch pro Tag an einem großen Kaimodul; für mehrere Kaibereiche summiert sich das auf tausende Tonnen pro Woche.
- Jahresproduktion: je nach Auslastung 20.000–250.000 Tonnen verarbeitete Rohware pro Jahr.
- Fischmehl-Output: aus Nebenprodukten 10–25 % der angelieferten Rohmasse.
Umweltaspekte & Abfallwirtschaft- Effluente: Hauptproblem ist Nährstoffeintrag (Stickstoff, Phosphor), Fettstoffe.
- Luftemissionen: Rauch aus Räuchereien und Emissionen aus Fischmehltrocknern (staubig, geruchsintensiv).
- By-product-Nutzung: möglichst vollständige Verwertung (Fischmehl, Tierfutter, Düngemittel).
- Risiken: Überfischung, lokale Wasserverschmutzung ohne strenge Kläranlagen.
Staatliche Steuerung & Wirtschaftsrolle
- Als moderner Staatsbetrieb erfüllt der Komplex politische Ziele: Versorgungssicherheit, Exportdevisen, Beschäftigung in der Region. Produktion und Vertrieb sind zentral geplant; Überschüsse werden an staatliche Handelsorganisationen geliefert oder exportiert.